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Business Last Updated: Jan 6, 2018 - 10:32:44 AM


Turkei und Griechenland: Konflikt um Erdgas-Bohrungen
By Deutsche Wirtschafts Nachrichten 06.01.18r
Jan 6, 2018 - 10:29:07 AM

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Die T�rkei steht im �stlichen Mittelmeer vor einer Konfrontation mit einer Allianz aus Griechenland, Israel, Zypern und �gypten.

Die Beziehungen zwischen der T�rkei und einer Allianz bestehend Griechen, Israelis, griechischen Zyprioten und �gyptern haben sich erheblich verschlechtert. Grund daf�r sind die betr�chtlichen Erdgas- sowie Kohlenwasserstoff-Vorkommen im �stlichen Mittelmeer beziehungsweise die Frage nach deren Aufteilung. Der Marktwert der �l- und Gasreserven, die bereits 2011 im Mittelmeer s�dlich von Zypern entdeckt worden waren, bel�uft sich nach vorsichtigen Sch�tzungen aus dem Jahr 2013 auf etwa 600 Milliarden US-Dollar.

In der Region werden weitere neu entdeckte Gasfelder bereits genutzt oder stehen kurz vor ihrer Erschlie�ung, wie etwa Tamar und Leviathan vor der israelischen K�ste. Ein Konsortium bestehend aus dem US-amerikanischen Konzern Noble Energy und der israelischen Delek-Gruppe f�rdert schon seit dem Jahr 2013 Erdgas aus dem Tamar-Feld. Diese Arbeitsgemeinschaft will nun bis zum Jahr 2019 auch das wesentlich gr��ere Leviathan-Vorkommen erschlie�en.

Es gibt jedoch einen Konflikt, der sich auf der Insel Zypern wie in einem Brennglas fokussiert. Nach einer Invasion t�rkischer Truppen im Jahr 1974 ist die Insel in einen t�rkischen Nordteil und in einen griechischen S�dteil gespalten. Noch vor wenigen Jahren bestand Hoffnung, dass die enormen Reserven an Kohlenwasserstoffen eine echte Chance erm�glichten, den Konflikt auf friedliche Art und Weise beizulegen. Aber der Optimismus war bald verflogen, weil beide Parteien, sowohl T�rken als auch Griechen, in unterschiedlichem Tempo mit der Exploration und den Bohrungen begannen

Die Europ�ische Union hatte im Jahr 2004 beschlossen, die griechischen Zyprioten als einzige Repr�sentanten der Insel und als Mitglied der EU zu akzeptieren. Daraufhin hatten die griechischen Zyprioten im Vertrauen auf die Gesetzm��igkeit der EU-Entscheidung die Rechte auf die Ausbeutung der Vorkommen an Bodensch�tzen in der so genannten Exclusive Economic Zone (EEZ) rund um Zypern beansprucht. Dagegen pochte die T�rkei darauf, dass die Administration der griechischen Zyprioten nicht einseitig die Rechte auf Exploration der Ressourcen der gesamten Insel vereinnahmen d�rfe.

Damit ist der Streit um die EEZ und die Ausbeutung der Bodensch�tze im Meer ein zentraler Punkt in diesem Konflikt. Die Reaktion Ankaras auf die Bem�hungen der zypriotischen Griechen im Sommer dieses Jahres, die Erdgas-Bohrungen vorangetrieben hatten, war heftig. Wie Associated Press berichtete, hatte die t�rkische Armee eine Fregatte entsandt, um ein Bohrschiff zu beobachten, von dem sie vernuteten, dass dieses damit begonnen hatte, trotz der t�rkischen Einw�nde nach �l und Gas zu suchen.

Erst Ende November hatte der �gyptische Pr�sident Abdel Fattah al-Sisi die griechischen Zyprioten besucht, um mit ihnen in Nikosia �ber die Vorkommen an Kohlenwasserstoffen in der Region zu sprechen. Neben dem Pr�sident �gyptens nahmen auch der griechische Premierminister Alexis Tsipras sowie der griechisch-zypriotische Pr�sident Nicos Anastasiades an dem Treffen teil. Demgegen�ber wurden die Ergebnisse der Dreierrunde vom t�rkischen Au�enministerium f�r �null und nichtig� erkl�rt.

Die Beziehungen zwischen der T�rkei und einer Allianz bestehend Griechen, Israelis, griechischen Zyprioten und �gyptern haben sich erheblich verschlechtert. Grund daf�r sind die betr�chtlichen Erdgas- sowie Kohlenwasserstoff-Vorkommen im �stlichen Mittelmeer beziehungsweise die Frage nach deren Aufteilung. Der Marktwert der �l- und Gasreserven, die bereits 2011 im Mittelmeer s�dlich von Zypern entdeckt worden waren, bel�uft sich nach vorsichtigen Sch�tzungen aus dem Jahr 2013 auf etwa 600 Milliarden US-Dollar.

In der Region werden weitere neu entdeckte Gasfelder bereits genutzt oder stehen kurz vor ihrer Erschlie�ung, wie etwa Tamar und Leviathan vor der israelischen K�ste. Ein Konsortium bestehend aus dem US-amerikanischen Konzern Noble Energy und der israelischen Delek-Gruppe f�rdert schon seit dem Jahr 2013 Erdgas aus dem Tamar-Feld. Diese Arbeitsgemeinschaft will nun bis zum Jahr 2019 auch das wesentlich gr��ere Leviathan-Vorkommen erschlie�en.

Es gibt jedoch einen Konflikt, der sich auf der Insel Zypern wie in einem Brennglas fokussiert. Nach einer Invasion t�rkischer Truppen im Jahr 1974 ist die Insel in einen t�rkischen Nordteil und in einen griechischen S�dteil gespalten. Noch vor wenigen Jahren bestand Hoffnung, dass die enormen Reserven an Kohlenwasserstoffen eine echte Chance erm�glichten, den Konflikt auf friedliche Art und Weise beizulegen. Aber der Optimismus war bald verflogen, weil beide Parteien, sowohl T�rken als auch Griechen, in unterschiedlichem Tempo mit der Exploration und den Bohrungen begannen.

Die Europ�ische Union hatte im Jahr 2004 beschlossen, die griechischen Zyprioten als einzige Repr�sentanten der Insel und als Mitglied der EU zu akzeptieren. Daraufhin hatten die griechischen Zyprioten im Vertrauen auf die Gesetzm��igkeit der EU-Entscheidung die Rechte auf die Ausbeutung der Vorkommen an Bodensch�tzen in der so genannten Exclusive Economic Zone (EEZ) rund um Zypern beansprucht. Dagegen pochte die T�rkei darauf, dass die Administration der griechischen Zyprioten nicht einseitig die Rechte auf Exploration der Ressourcen der gesamten Insel vereinnahmen d�rfe.

Damit ist der Streit um die EEZ und die Ausbeutung der Bodensch�tze im Meer ein zentraler Punkt in diesem Konflikt. Die Reaktion Ankaras auf die Bem�hungen der zypriotischen Griechen im Sommer dieses Jahres, die Erdgas-Bohrungen vorangetrieben hatten, war heftig. Wie Associated Press berichtete, hatte die t�rkische Armee eine Fregatte entsandt, um ein Bohrschiff zu beobachten, von dem sie vernuteten, dass dieses damit begonnen hatte, trotz der t�rkischen Einw�nde nach �l und Gas zu suchen.

Erst Ende November hatte der �gyptische Pr�sident Abdel Fattah al-Sisi die griechischen Zyprioten besucht, um mit ihnen in Nikosia �ber die Vorkommen an Kohlenwasserstoffen in der Region zu sprechen. Neben dem Pr�sident �gyptens nahmen auch der griechische Premierminister Alexis Tsipras sowie der griechisch-zypriotische Pr�sident Nicos Anastasiades an dem Treffen teil. Demgegen�ber wurden die Ergebnisse der Dreierrunde vom t�rkischen Au�enministerium f�r �null und nichtig� erkl�rt.

Trotz des t�rkischen Widerstands hat das Bohrschiff Saipem 12000 zwischen M�rz und Dezember 2017 in �bereinstimmung mit bestehenden Abkommen die Exploration im Auftrag der franz�sischen TOTAL und der italienischen Eni in der Region unternommen. Dar�ber hinaus haben sich Italien, Griechenland, Israel und die griechischen Zyprioten �ber den Bau einer Pipeline zu den neu entdeckten Abbaust�tten verst�ndigt. Die Kosten des Pipeline-Projekts mit dem Namen �East-Med� mit einer L�nge von �ber 2.000 Kilometern werden auf 6 Milliarden US-Dollar gesch�tzt.

Als Antwort darauf hat die T�rkei � zur selben Zeit als die Saipem 12000 im Einsatz war � erkl�rt, einen Teil des Gebiets f�r milit�rische �bungen zu beanspruchen. Ankara hat inzwischen auch mehrere Kriegsschiffe und U-Boote vor Ort. Zudem stellen die T�rken ab Januar 2018 ein neues Bohrschiff in Dienst. Nun stellt sich die dr�ngende Frage, ob die Armee dem Fahrzeug Geleitschutz gew�hren wird, was die Situation weiter zu versch�rfen droht. Eine m�gliche Krise rund um die Kohlenwasserstoffe w�re ein hervorragender politischer Grund f�r alle beteiligten Regierungen, um sich der Unterst�tzung ihrer nationalistischen Basis zu versichern.

Unter dem Strich und auch unter dem Eindruck der Erfahrungen aus dem Jahr 2017 k�nnte es im �stlichen Mittelmeer im Jahr 2018 zu vermehrten und st�rkeren Konflikten kommen. Die Regierung, welche wahrscheinlich noch am ehesten in der Lage w�re, zwischen Ankara und Nikosia zu vermitteln, ist die russische, die im Mittleren Osten seit der Intervention im syrischen Stellvertreterkrieg �ber den gr��ten Einfluss verf�gt.

Trotz des t�rkischen Widerstands hat das Bohrschiff Saipem 12000 zwischen M�rz und Dezember 2017 in �bereinstimmung mit bestehenden Abkommen die Exploration im Auftrag der franz�sischen TOTAL und der italienischen Eni in der Region unternommen. Dar�ber hinaus haben sich Italien, Griechenland, Israel und die griechischen Zyprioten �ber den Bau einer Pipeline zu den neu entdeckten Abbaust�tten verst�ndigt. Die Kosten des Pipeline-Projekts mit dem Namen �East-Med� mit einer L�nge von �ber 2.000 Kilometern werden auf 6 Milliarden US-Dollar gesch�tzt.

Als Antwort darauf hat die T�rkei � zur selben Zeit als die Saipem 12000 im Einsatz war � erkl�rt, einen Teil des Gebiets f�r milit�rische �bungen zu beanspruchen. Ankara hat inzwischen auch mehrere Kriegsschiffe und U-Boote vor Ort. Zudem stellen die T�rken ab Januar 2018 ein neues Bohrschiff in Dienst. Nun stellt sich die dr�ngende Frage, ob die Armee dem Fahrzeug Geleitschutz gew�hren wird, was die Situation weiter zu versch�rfen droht. Eine m�gliche Krise rund um die Kohlenwasserstoffe w�re ein hervorragender politischer Grund f�r alle beteiligten Regierungen, um sich der Unterst�tzung ihrer nationalistischen Basis zu versichern.

Unter dem Strich und auch unter dem Eindruck der Erfahrungen aus dem Jahr 2017 k�nnte es im �stlichen Mittelmeer im Jahr 2018 zu vermehrten und st�rkeren Konflikten kommen. Die Regierung, welche wahrscheinlich noch am ehesten in der Lage w�re, zwischen Ankara und Nikosia zu vermitteln, ist die russische, die im Mittleren Osten seit der Intervention im syrischen Stellvertreterkrieg �ber den gr��ten Einfluss verf�gt.


Source:Ocnus.net 2017

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